Bei Menschen, die ein Muttermittel benötigen, liegt häufig eine Bindungsstörung in der frühen Kindheit vor, sodass sich das dringend erforderliche Urvertrauen in sich und das Leben nicht oder nur unzureichend ausbilden konnte. Bei Menschen, die ein Muttermittel benötigen, liegt häufig eine Bindungsstörung in der frühen Kindheit vor, sodass sich das dringend erforderliche Urvertrauen in sich und das Leben nicht oder nur unzureichend ausbilden konnte.

Muttermittel in der Homöopathie

Wichtige, aber kaum bekannte Arzneimittel

Muttermittel sind all jene Homöopathika, deren Ursubstanzen der Schwangerschafts- und Neugeborenenphase entspringen, und die menschlichen Ursprungs sind. Dazu gehören Lac humanum bzw. Lac maternum (Muttermilch), Folliculinum (Ovarialfollikel), Placenta humana (menschliche Plazenta), Vernix caseosa (Käseschmiere), Aqua amniota humana (menschliches Fruchtwasser), Oxytocinum (Hormon) und Umbilicus humanus (menschliche Nabelschnur).

Diese wertvollen, bis auf die Muttermilch noch wenig bekannten homöopathischen Mittel können in zweifacher Hinsicht als Muttermittel bezeichnet werden: Zum einen entstammt deren Ursubstanz dem mütterlichen Organismus, mit der gemeinsamen Aufgabe, den Nachwuchs wachsen und gedeihen zu lassen, ihn zu nähren und zu schützen. Zum anderen handelt es sich um Homöopathika, die thematisch mit mütterlichen Eigenschaften und Tugenden zu tun haben. Menschen, vor allem weibliche Menschen, die ein Muttermittel als Heilsubstanz benötigen, sind eher weich, warmherzig, wenig aggressiv oder zumindest aggressionsgehemmt, nachsichtig, fürsorglich, liebevoll, emotional, nicht nachtragend, wollen es dem anderen recht machen, für ihn da sein und so weiter. Hier besteht eine große Ähnlichkeit zu den Milchmitteln der einzelnen Säugetiere wie Lac caninum (Hundemilch), Lac vaccinum (Kuhmilch), Lac vaccinum defloratum (entrahmte Kuhmilch) und Lac felinum (Katzenmilch), um nur einige Beispiele zu nennen.

Im Zentrum stehen Probleme mit der eigenen Identität (wer bin ich? Was will ich?), mit der Beziehung zu anderen Menschen und zum eigenen Körper sowie mit der Menschwerdung schlechthin. Es geht um Selbst- und Nächstenliebe sowie um die Eigenwahrnehmung, welche im Mutterleib beginnt, und bei den Muttermittel-Menschen häufig gestört ist.

Zu den einzelnen Muttermitteln

Lac humanum aus der Milch einer stillenden Mutter ist eines der bekanntesten Muttermittel, hilfreich für Menschen, die sich allein und verlassen fühlen und denen es an menschlicher Wärme fehlt. Das Thema „Mensch“ beschäftigt sie sehr, so können sie sich ü Lac humanum aus der Milch einer stillenden Mutter ist eines der bekanntesten Muttermittel, hilfreich für Menschen, die sich allein und verlassen fühlen und denen es an menschlicher Wärme fehlt. Das Thema „Mensch“ beschäftigt sie sehr, so können sie sich über die Schlechtigkeit der Menschheit echauffieren.

Lac humanum / Lac maternum

Mit der Muttermilch, Lac humanum (aus der Milch einer stillenden Mutter) oder Lac maternum (aus der Milch verschiedener stillender Frauen), wird der Mensch Schluck für Schluck zum Erdenbürger, durch sie schafft er den Übergang von der intrauterinen in die extrauterine Welt. Folglich sind die zentralen Themen dieses Mittels Verlust- und Verlassenheitsgefühle, Bindungsprobleme, Mitgefühl und Zugehörigkeit sowie die Ablehnung des eigenen Körpers, aber auch Suchtverhalten und Essstörungen (Anorexia nervosa und Bulimie). Klinisch ist dieses Mittel oft angezeigt bei „Frauenproblemen“ wie Menstruationsstörungen, Schwangerschaftsproblemen und klimakterischen Beschwerden, da Muttermilch viele weibliche Hormone enthält. Aber auch Taubheitsgefühle in diversen Körperteilen gehören zum Mittelbild von Lac humanum. Menschen, die einen engen Bezug zu diesem Mittel haben, fühlen sich häufig verlassen und isoliert. Sie wünschen sich ein harmonisches Umfeld, voller Liebe und Zuneigung mit viel Körperkontakt. Ihre Hauptangst besteht darin, von den Menschen, die sie am meisten lieben, zurückgewiesen zu werden. Dennoch wirken sie oft distanziert und gleichgültig. Typisch sind Träume von toten Menschen, z. B. von verstorbenen Familienangehörigen sowie davon, verlassen zu werden. Des Weiteren fällt ein ausgeprägtes Verlangen nach Süßigkeiten auf, vor allem nach Schokolade sowie nach warmen und wärmenden Speisen wie Ingwer.

Botschaft des Mittels:

Ich fühle mich verlassen und nicht geliebt von den Menschen, die ich am allermeisten liebe und brauche.

Folliculinum

Folliculinum, das Östrogen aus dem Ovarialfollikel, weist ebenfalls einen deutlichen Bezug zu Bindungsproblemen zwischen Mutter und Kind auf sowie zur Abhängigkeit von einem anderen Menschen ganz allgemein. Es geht um mangelnde Identität und Selbstzweifel, um Selbstverleugnung, kurz um die Unfähigkeit, selbstständig zu werden. Melissa Assilem, die ein Buch über die „Muttermittel in der Homöopathie“ geschrieben hat, bezeichnet Östrogen als Hormon des Selbstvergessens oder der Selbstaufgabe, was dem Kern des Mittelbildes entspricht. Aus ihrer Sicht ist Folliculinum dann angezeigt, wenn ein Mensch kein eigenes Autoritätsgefühl besitzt und nie gelernt hat, nein zu sagen. Dieses Heilmittel verleiht dem Menschen die Fähigkeit, Macht über sich selbst und einen eigenen Willen zu entwickeln. Folliculinum, so Melissa Assilem, spende Wissen darüber, dass es ein Selbst gibt, welches man beanspruchen kann und darf. Menschen, bei denen man an Folliculinum als Heilmittel denken kann, verlieren sich in Beziehungen, haben große Schwierigkeiten, sich abzugrenzen, ihre eigenen Wünsche kundzutun. Sie weisen nicht selten ein Helfersyndrom auf und leben für die Bedürfnisse anderer. Sie fühlen sich kontrolliert und unfrei. Oft handelt es sich bei diesen Menschen um fraulich aussehende, aufopferungsvolle Mütter mit periodischen Beschwerden der weiblichen Organe. Typische körperliche Probleme sind Erkrankungen der Hormondrüsen wie Zysten (z. B. Ovarialzysten), Fibrome, Zyklusbeschwerden (Dysmenorrhoe, Metrorrhagie), PMS, Wechseljahresbeschwerden (mit Haarausfall oder Haarwuchs an ungewöhnlichen Stellen und nächtliche Hitzewallungen), Ovarialtumore, polyzystisches Ovar, eine Allergie gegen Östrogen, Migräne, Mb. Raynaud, Herzbeschwerden, wiederkehrende Blasenentzündungen und Essstörungen.

Botschaft des Mittels:

Wer bin ich?
Was will ich?
Ich darf meinen Willen kundtun und tue es auch.

Placenta humana

Placenta humana, gewonnen aus der menschlichen Plazenta, dem Mutterkuchen, spiegelt die Angst vor der Zukunft wider: Was kommt auf mich zu? Kann ich dem gerecht werden? Das erzeugt ein Gefühl der Unzufriedenheit und Unbehaglichkeit – man fühlt sich nicht recht wohl in seiner Haut. Alles scheint sinnlos und irritierend. Das Mittel wurde 1994 von Melissa Assilem geprüft. Es hat sich als hilfreich bei der Behandlung autistischer Kinder erwiesen, die unter Placenta humana in die Welt zurückkehrten. Klinisch hat sich das Mittel zur Therapie bei Dysmenorrhoe, Unfruchtbarkeit, Essstörungen, Impfschäden, Atembeschwerden, Autismus und Asperger-Syndrom sowie bei Allergien und tiefem, altem Kummer (DD: Nat-m.) bewährt.

Eine klassische Placenta-humana-Indikation wäre eine Mutter, die sich aufopfernd um ihre Kinder gekümmert hat, dann jedoch in ein tiefes Loch fällt und sich total überflüssig fühlt, nachdem diese das Haus verlassen haben. Hier sieht man deutlich die Parallele zur Ursubstanz und deren Bestimmung: Sobald das Kind geboren ist und in die Welt entlassen wurde, wird die Plazenta nicht mehr gebraucht und verworfen.

Botschaft des Mittels:

Angst vor der Zukunft
Angst, auf eigenen Füßen zu stehen

Vernix caseosa

Vernix caseosa, auch Käseschmiere genannt, umhüllt das Ungeborene wie ein Schutzmantel. Diese weißliche Fettschicht besteht aus Talg, vermischt mit abgestorbenen Hautzellen. Sie schützt die kindliche Haut nicht nur vor äußerlichen Einflüssen, sondern sie ist auch antibakteriell und enthält Vitamin K. Dieses wertvolle Vitamin bewahrt das Neugeborene vor gefürchteten Hirnblutungen, nachdem es nach der Geburt mitsamt der Käseschmiere von der kindlichen Haut absorbiert wurde. Als homöopathisches Mittel weist Vernix caseosa vier Themenschwerpunkte auf:

Die Empfindsamkeit auf alles, was von außen einwirkt, lässt an ein Pflanzenmittel denken. Zusammen mit der Verletzlichkeit denkt man unwillkürlich an die Ranunculaceae wie Aconitum, Pulsatilla, Staphisagria etc. Melissa Assilem weist daraufhin, dass sich Menschen, die Vernix brauchen, von allem angegriffen fühlen, was sie umgibt. Ihnen mangelt es an innerer und äußerer Sicherheit. Sie reagieren empfindlich auf Schadstoffe aus der Umwelt – ihnen fehlt der angeborene Schutzmantel. Und sie haben ein starkes Kontrollbedürfnis. Ihre Umgebung wird als unmittelbare Bedrohung empfunden. Als Reaktion ziehen sie sich in ihr „Schneckenhaus“ zurück. Diese Menschen sind nicht in der Lage, in Kontakt mit der Welt und ihrer Bewohner zu treten: Sie fühlen sich zu ungeschützt.

Auf körperlicher Ebene finden sich zahlreiche Hautprobleme, z. B. ein wundes Gefühl unter der Haut, Ekzeme (z. B. Säuglingsekzem), Allergien, Umwelterkrankungen und chronische Erschöpfung (CFS).

Botschaft des Mittels:

Mir fehlt der Schutzmantel zwischen Umwelt und Individuum. Ich bin zu empfindlich und dünnhäutig für diese Welt. Das Arzneimittel spendet Sicherheit und Zuversicht.

Aqua amniota humana

Aqua amniota humana, das menschliche Fruchtwasser, umgibt den Fetus bis zur Geburt. Es setzt sich aus mütterlichen und kindlichen Anteilen zusammen. Das Fruchtwasser dient unter anderem als „Schutzpolster“ vor möglichen Stößen. Menschen, die Aqua amniota humana als homöopathisches Mittel brauchen, sehnen sich zurück in den Mutterleib, haben auffallend geschärfte Sinne und ein untrügliches Gespür für Atmosphären und Stimmungen. In der Arzneimittelprüfung fühlten sich die Teilnehmer in eine Art intrauterinen Zustand zurückversetzt. Themen von Schwangerschaft und Geburt tauchten auf. Auch der Atem spielte eine zentrale Rolle. So berichteten die Prüflinge, sie hätten kein Bedürfnis gehabt zu atmen und glaubten, sie könnten unter Wasser atmen. Auch tauchte das Gefühl auf, nicht gewollt zu sein, alles falsch zu machen. Bewährte Indikationen sind trockene Schwangerschaften mit wenig Fruchtwasser, Mekonium im Fruchtwasser, Tod eines Zwillings im Mutterleib und Steißlagen. Des Weiteren sind folgende Symptome beobachtet worden: vermehrter Speichelfluss, Beschwerden der weiblichen Fortpflanzungsorgane, unterdrückte oder starke Menses, nie wieder gesund seit Abort, Schmerzen oder Ekchymosen (kleinflächige, fleckenförmige Blutung der Haut) in der Nabelgegend, Meteorismus, trockene Haut, unruhiger oder auch komaartiger Schlaf.

Botschaft des Mittels:

Zurück in den Schutz des Mutterleibs
Verbunden / getrennt

Oxytocinum

Der Begriff Oxytocin kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „leicht gebären“. Dieses Hormon wird im Hypothalamus gebildet und über Axone zur Hypophyse transportiert, wo es zunächst gespeichert und bei Bedarf abgegeben wird. Es hat nicht nur eine wichtige Bedeutung während des Geburtsprozesses, sondern auch für die Bindung zwischen Mutter und Kind, das sogenannten Bonding. Unter und nach der Geburt bewirkt es die Kontraktion der Uterusmuskulatur und löst so Wehen und Nachwehen aus. Darüber hinaus regt es die Milchejektion (Entleerung der Drüsenbläschen) durch Stimulation der Milchdrüsen an. Oyxtocin senkt Blutdruck und Kortisolspiegel, wirkt beruhigend und entspannend. Die Bereitstellung dieses wichtigen „Bindungshormons“ erfolgt über Körperkontakt, beispielsweise wenn das nackte Neugeborene der Mutter unmittelbar nach der Geburt auf die entblößte Brust gelegt wird.

Die Schulmedizin macht sich die wehenfördernde Wirkung dieses Hormons zu eigen und verabreicht Oxytocin medikamentös in Form von Tabletten, Nasenspray oder intravenös als „Wehentropf“, wenn die Gebärmutterkontraktionen nicht stark genug sind. Die Folge ist leider oft ein wahrer „Wehensturm“, den die Gebärende kaum noch kontrollieren kann. Das Kind wird mit aller Wucht ins kleine Becken gedrückt und kann sich nicht richtig in den Geburtskanal drehen – es bleibt stecken, wird traumatisiert. Nicht selten müssen eingeleitete Geburten invasiv beendet werden.

Homöopathisch wird Oxytocin eingesetzt, wenn die erste Bindung zwischen Mutter und Kind gestört war oder gar nicht stattgefunden hat. Betroffen sind Menschen, die unmittelbar nach der Geburt intensivmedizinisch versorgt werden mussten wie z.B. Frühchen, oder Adoptivkinder, die bewusst keinen Kontakt zur leiblichen Mutter haben sollten. Auch ein Trauma oder ein Schock während der Geburt kann das Bonding erheblich beeinträchtigen. Die Folge ist eine mitunter lebenslange Bindungsstörung: Die Betroffenen sind nicht in der Lage, eine tiefe, innige Beziehung einzugehen. Sie fühlen sich isoliert und abgetrennt vom Rest der Menschheit – können stark autistische Züge annehmen. Mitunter reagieren sie äußerst empfindlich auf äußere Reize wie Farben, Klänge oder Stimmungen. Reaktionsmangel wechselt ab mit Ruhelosigkeit und innerer Unruhe.

Oxytocinum ist angezeigt bei Menschen, die eine enttäuschte Liebe zu verkraften haben oder die nicht in der Lage sind, eine gesunde Beziehung zu ihrem Kind oder einem Partner aufzubauen. Häufig haben diese Patienten große Probleme mit Nähe und Berührung. Verwandte Mittel sind die anderen Muttermittel, v.a. Lac humanum und Placenta humana.

Passend zur Wirkung der Ursubstanz treten auf körperlicher Ebene Spasmen der glatten (unwillkürlichen) Muskulatur auf, diese ist angespannt und hart, das Nervensystem hypervigilant, sprich übererregt. Weitere Symptome von Oxytocinum sind Schlafstörungen oder das Gegenteil: ausgesprochen tiefer Schlaf; Unruhe; Druck im Kopf oder in der Brust; Ausschläge und Allergien; ein gesteigerter Herzrhythmus; Bauchkrämpfe sowie verminderter Appetit und Durst.
Das Hahnemann-Institut der Niederlande hat Oxytocin im Jahr 2009 in Form einer Trituration geprüft. Leider gibt es dazu keine Einträge im Synthesis (Radar 10.5.003).

Botschaft des Mittels:

Nach nicht erfolgtem Bonding bestehen ernsthafte Probleme tiefe Beziehungen einzugehen. Gefühl der Isolation

Umbilicus humanus

Bei Umbilicus humanus, der menschlichen Nabelschnur, geht es um Verbindung und Einbindung. Die Betreffenden fühlen sich ausgeschlossen – als Außenseiter. Aber auch die Muttermittel-typischen Identitätsthemen tauchen auf: Wer bin ich? Gefühl, im falschen Körper zu stecken. Die zentrale Frage lautet: Wie kann ich mich mit der Menschheit verbinden, ohne meine ursprüngliche Identität zu verlieren? Melissa Assilem hält das Mittel für hilfreich bei: Libidoverlust, Angst vor Intimität, Selbstwertverlust, Abneigung gegen den eigenen Körper und dem Gefühl, verunstaltet zu sein. Sie sagt, es sei ein wunderbares Mittel, um sich wieder mit dem „inneren Kind“ zu verbinden. Ein körperlicher Schwerpunkt liegt im Bereich des Solarplexus. Symptome, die auf Umbilicus humanus als homöopathisches Mittel hinweisen, sind Haarausfall, häufiger Stuhlgang, Ekchymose (siehe oben) in der Nabelgegend, Schmerzen im rechten Eierstock, Atemnot mit dem Gefühl zu ersticken (Empfinden wie ein Eisenband um den Brustkorb), starkes Herzklopfen, Kribbeln, Lähmungs- und Taubheitsgefühl, Steifigkeit und Wundheit.

Botschaft des Mittels:

Wer bin ich?
Wie kann ich mir meine Identität bewahren und trotzdem Teil der Gruppe sein?

Ähnlichkeiten zu anderen homöopathischen Mitteln

In Bezug auf die große Verletzlichkeit und Empfindlichkeit durch äußerliche Einflüsse bestehen Ähnlichkeiten zu den Pflanzenmitteln, und hier, wie gesagt, vor allem zu den Ranunculaceen. Besonders die sanfte, anhängliche, aber launenhafte Pulsatilla und die aggressionsgehemmte, überempfindliche Staphisagria drängen sich auf. Parallelen gibt es auch zu den mineralischen Mitteln in der dritten Reihe des Periodensystems wie Natrium-muriaticum, Phosphor und den Magnesiumverbindungen. Bei diesen Mitteln geht es ebenfalls um die Entwicklung des Egos und das Verhältnis zu anderen Menschen (Wer bin ich? Darf ich so sein, wie ich bin? Wie komme ich an? Werde ich geliebt?) Bezüglich des Wunsches, es anderen recht zu machen, den eigenen Willen zu unterdrücken, angepasst und pflegeleicht zu sein, fühlt man sich unwillkürlich an Carcinosinum erinnert, die Krebsnosode. Auf der körperlichen Ebene erinnern die mannigfachen Beschwerden rund um den Zyklus und die weiblichen Hormone an Sepia – auch bei diesem Mittel aus dem Tierreich dreht sich vieles um den Konflikt zwischen den eigenen Bedürfnissen und den Erwartungen der anderen. Und schließlich sollte man auch Oophorinum im Hinterkopf behalten, wenn klimakterische Beschwerden im Vordergrund stehen, vor allem nach Entfernung der Eierstöcke. Dieses Mittel wird aus dem Extrakt eines Eierstocks (von Schaf oder Kuh) gewonnen und wurde bereits von William Boericke erwähnt.

Es bedarf also der genauen Differenzierung durch einen erfahrenen Homöopathen, um das passende Mittel (Simillimum) für den ganzen Menschen zu finden. Dabei müssen sowohl die seelischen als auch die körperlichen Symptome erfasst und berücksichtigt werden.

Literatur:

(Dorit Zimmermann)