Chronische Schmerzen sind wie ein Sog, der den gesamten Menschen erfasst.

Psychologisch-homöopathische Schmerztherapie

Anhaltende oder wiederkehrende Schmerzen sind ein häufiges Anliegen, mit dem Patienten die homöopathische Praxis aufsuchen. Aus schulmedizinischer Sicht gelten sie oft als austherapiert. Der Leidensdruck dieser Menschen ist daher in der Regel groß. Typische Begleiterscheinungen sind Schlaf- und Angststörungen, Appetitlosigkeit und Depressionen.
Chronische Schmerzen stellen therapeutisch eine immense Herausforderung dar: Gängige Schmerzmittel erweisen sich häufig als unzureichend oder gar wirkungslos, zumindest ziehen sie oft erhebliche Nebenwirkungen nach sich. Auch alternative Heilansätze können bestenfalls lindernd eingesetzt werden. In Neurowissenschaft und Schmerzforschung geht man mittlerweile davon aus, dass zur Behandlung chronischer Schmerzen ein ganzheitlicher Ansatz erforderlich ist, der körperliche und seelische Aspekte gleichermaßen berücksichtigt. Da Schmerzen individuell erlebt werden, muss auch der therapeutische Weg auf die Persönlichkeit des Patienten abgestimmt sein. Hier bietet sich eine Verbindung aus Klassischer Homöopathie und biographisch-systemischer Verhaltenstherapie im Sinne einer psychologisch-homöopathischen Schmerztherapie an. Sie erfasst den gesamten Menschen und hat keine gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen. Zudem wird die Schmerzlinderung nicht an den Therapeuten delegiert. Der Patient arbeitet konstruktiv mit und gibt die Fäden dabei nicht aus der Hand.

Chronische Schmerzen können auch mit einem gut gewählten homöopathischen Mittel nicht immer komplett beseitigt werden. In diesem Fall trägt der verhaltenstherapeutische Ansatz dazu bei, dass die Betroffenen lernen, mit den verbleibenden Schmerzen positiv umzugehen, ihren Handlungsspielraum zu erweitern und das Leben trotz Schmerzen zu genießen.

Der Weg aus der Schmerzspirale ist mühsam, aber nicht unmöglich!

Wie ist die Vorgehensweise?

Ziel der psychologisch-homöopathischen Schmerztherapie ist die Kombination einer homöopathischen Anamnese nach der Empfindungsmethode Rajan Sankarans mit Elementen der biographisch-systemischen Verhaltenstherapie (BSVT). Dazu wird zunächst eine mehrstündige Erstanamnese durchgeführt, mit dem Ziel, ein passendes homöopathisches Mittel zu finden, das den Patienten so weit unterstützt, dass er eine deutliche Linderung seiner Beschwerden erfährt und besser mit den Schmerzen umgehen kann. Begleitend werden in regelmäßigen Abständen verhaltenstherapeutische Sitzungen à 50 Minuten abgehalten, bei denen der Umgang mit dem Schmerz und seine Bedeutung für den Patienten im Mittelpunkt stehen.

Zunächst geht es darum, dem Patienten zu erklären, wie chronische Schmerzen entstehen, was sich in seinem Körper abspielt, wenn er Schmerzen empfindet? Dann wird die persönliche Situation des Patienten in aller Ruhe besprochen. Dabei steht ihm so viel Zeit zur Verfügung, wie er braucht, um sein persönliches Problem zu schildern. Für eine erfolgreiche Therapie ist es wichtig, die Hintergründe der Schmerzen zu verstehen. Wie und wann sind sie entstanden? Gibt es einen bestimmten Auslöser? Wie äußern sich die Schmerzen? Welche Begleitsymptome treten auf? Welche Rolle spielt die Psyche? Steht der Patient unter Dauerstress? Gibt es ungelöste Konflikte, unter denen der Patient leidet? Hat der Schmerz eine Stellvertreterfunktion? Welche Botschaft soll der Schmerz übermitteln? All diese Fragen werden ausführlich besprochen. Häufig ist die Angst vor dem Schmerz quälender als der Schmerz selbst, auch daran wird aktiv gearbeitet.

Im Anschluss daran wird ein individuelles Therapiekonzept erstellt, an dem der Patient aktiv mitarbeitet. Es enthält nur solche Elemente, die sich in den Alltag des Patienten integrieren lassen und die er gerne durchführt. Um mit den Worten des verstorbenen Philosophen Hans-Georg Gadamer zu sprechen: „Die Freude am Gelingen“ darf dem Patienten nicht genommen werden. Nur wer das Gefühl hat, den Schmerz aus eigener Kraft überwunden zu haben, der muss keine Angst vor seinem neuerlichen Auftreten haben.