Klostergarten in Frankreich
Pflanzliche Heilmittel haben eine lange Tradition; früher waren sie neben einigen Mineralien und tierischen Produkten die einzigen Therapeutika, die den Menschen zur Verfügung standen. Die Phytotherapie beruht auf einem reichen Wissens- und Erfahrungsschatz, dessen Wurzeln viele Jahrtausende zurückliegen – die Kunde von der Heilkraft der Pflanzen ist so alt wie die Menschheit selbst. Von den Hochkulturen Ägyptens ging das alte medizinische Wissen an die Griechen und Römer über; durch die Aufzeichnungen islamischer Gelehrter und die europäischen Klostergärten wurde es schließlich bis in die heutige Zeit überliefert.
Zu den pflanzlichen Heilmitteln gehören neben Heiltees auch Tinkturen und Essenzen, Auflagen und Wickel sowie Salben und Ölauszüge. Sie werden je nach Pflanze aus Blüten, Kraut, Stängeln oder Wurzeln hergestellt. Die Wirkung pflanzlicher Arzneimittel beruht auf deren Inhaltsstoffen, von denen viele noch gar nicht erforscht sind. Zu den wichtigsten zählen ätherische Öle, Schleimstoffe, Scharf- und Bitterstoffe, Herzglykoside, Saponine, Alkaloide, Flavonoide, Gerbstoffe, Phenylpropanderivate und Harze.
Die Pflanzen werden in homöopathischen Tiefpotenzen verwendet.
Um eine ganzheitliche Wirkung zu erzielen, ist es erforderlich, die ganze Palette an Inhaltsstoffen zu verwenden, die eine bestimmte Pflanze enthält, denn diese sind optimal aufeinander abgestimmt und schützen die Pflanze vor Umwelteinflüssen. Werden, wie dies in der modernen Phytotherapie mitunter der Fall ist, lediglich einzelne Inhalts- bzw. Wirkstoffe extrahiert, so geht der ganzheitliche Effekt verloren. Die Natur verfügt über eine Vielzahl giftiger oder zumindest ungenießbarer Pflanzen, die jedoch sehr wirksame Inhaltsstoffe enthalten. In diesem Fall werden die Pflanzen nicht pur verwendet, sondern in homöopathischen Tiefpotenzen (z.B. C2). Damit bleiben die Inhaltsstoffe erhalten, die Toxizität geht jedoch verloren.
Der Sonnenhut, Echinacea, wird zur Stimulation des Immunsystems eingesetzt.
Wenn ein Patient in homöopathischer Behandlung ist und während der Therapie akut erkrankt, kann es im Einzelfall sinnvoll sein, kein Akutmittel zu geben, um die chronische Behandlung nicht zu unterbrechen, sondern die akuten Beschwerden mit Hilfe eines pflanzlichen Präparates zu lindern. Auch in der Geriatrie ist es mitunter erforderlich, Kuren mit phytotherapeutischen Homöopathika durchzuführen, z.B. mit Sabal serrulata (Sägepalme) C2 bei chronischen Prostatabeschwerden oder Frauen bekommen über einen gewissen Zeitraum Cimicifuga (Traubensilberkerze) C2 gegen Wechseljahresbeschwerden.
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